
Nähere Infos zur Abschaffung der Neutralität gibt es hier:

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Es soll in diesem Artikel sicher nicht nur thematisiert werden, zu welch unnötigen Veranstaltungen die Krankenkassen ihre Funktionäre einladen. Währen einer der Gastautoren hier selbst in einem renommierten staatlichen Museum arbeitet, konnte dieser sich kürzlich davon überzeugen, mit welchem Prunk und Pomp die größte gesetzliche Krankenkasse das Foyer des Museums angemietet hatte, um ihre Funktionäre, ihre Sponsoren und vor allem sich selbst zu feiern. Die Veranstaltung war ein Schlag in das Gesicht der Beitragszahler, vor allem dann, wenn man das Benimm der meist männlichen Funktionsträger beobachten konnte oder musste. Die beinahe unfassbare Impertinenz, mit der die Herren meinten, in den für sie gesperrten weil hochgesicherten Ausstellungsräumen mal eben telefonieren zu können und die Arroganz, mit der sie dem Aufsichtspersonal, darunter dem Autor, gegenübertraten und mit Rücksicht auf ihre gehobene Position in einer gesetzlichen Krankenkasse meinten, sämtliche in einem Museum geltenden Regeln für ihre lächerlichen Belange außer Kraft setzen zu können, sprach Bände über die Selbstbedienungsmentalität in den deutschen gesetzlichen Krankenkassen.
Ist es denn notwendig das die Schwenninger Krankenkasse (Offiziell ja Schwenninger Betriebskrankenkasse) sich mehrere VIP Plätze bei einem Basketballteam anrangiert? Hat dies etwas mit der Versorgung Ihrer Mitglieder zu tun? Oder geht es doch nur um die Gunst von Personalentscheidern? Verschwendung von Beitragszahlergeldern? Ich werde bei meiner aktuellen Krankenkasse, eben dieser, wohl kündigen müssen.
Anbei Screenshots aus einem von außen einsehbarem Profil einer Führungsperson im Vertrieb der Schwenninger BKK.
Auch soll in diesem Beitrag die Rede soll eher sein von der unheilvollen Allianz zwischen Kliniken und Kassen sowie den Lieferanten der für die Gesundheit der Patienten notwendigen Geräte und Dienstleistungen. In einer Reportage des Magazins “Fakt” in der ARD am 23.04. diesen Jahres wurde ausführlich erläutert, in welchem Umfang sich Kliniken und damit auch die Kassen von den Vertretern der Pharmaindustrie kaufen lassen. So müssen in einigen Kliniken etwa, sicher nicht ohne Wissen der zuständigen Kassen, Hersteller von Geräten wie Herz- und Lungenmaschinen sich mit einem Mindestbeitrag von € 50.000,- wie in einem Fußballverein als Sponsor einkaufen, um überhaupt in die engere Wahl für die Anschaffung neuer Geräte zu kommen. Dass es hier nicht mehr um das Wohl des den Beitrag entrichtenden Patienten sondern eher um die Mitgliedschaft des Klinikvorstandes in einem teuren Golfverein geht, dürfte klar sein. Was mit dem Geld der Beitragszahler und vor allem deren Gesundheit passiert, scheint in einem wirren Geflecht von Beziehungen und Geldgier zur Nebensache geraten zu sein.
Einkaufen bei den Fußball-Vereinen können übrigens auch Krankenkassen. Warum tun Sie das?
Noch deutlicher wird das renommierte Magazin “Der Spiegel” in seiner Ausgabe vom 22.04 2013. Hier wird auf einem mehrseitigen Artikel über die erschreckende Verflechtung von Politik, Krankenkassen und Lobbyisten berichtet.
Der Artikel ist sehr lesenswert: So ist es eine Tatsache, dass in Deutschland jedes Jahr die unvorstellbare Summe von € 200 Mrd von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen an verschiedene Einrichtungen und Personen verteilt wird. Dies beinhaltet Ärzte ebenso wie Krankenhäuser, Kurzentren, Pharmafirmen oder Apotheken. Bei einer solchen Summe, die immerhin den Etat für die Verteidigung des Landes um ein Vielfaches übersteigt, nimmt es nicht Wunder, dass der gesamte Sektor des Gesundheitswesens ein Tummelfeld für Lobbyisten ist und dass wohl manch ein Politiker kleine Gefälligkeiten für sich in Anspruch nimmt, um nach Verabschiedung eines Gesetzes etwa einen Gratisrundflug in einem Helikopter genießen zu können.
Der Druck der Lobbyisten auf die Abgeordneten ist hierbei so enorm wie perfide: Selbstverständlich kennen sich die wenigsten Abgeordneten im komplexen System der Gesundheit wirklich aus. Es gab in Deutschland noch nie eine Gesundheitsministerin, welche gleichzeitig Medizin, Pharmazie und Betriebswirtschaft studiert hatte und es ist davon auszugehen, dass dies auch in Zukunft nicht der Fall sein wird. Folglich wird für eine tatsächlich umsetzbare Gesetzesnovelle der Ratschlag von Experten benötigt. Dass diese Experten allerdings auf den Lohnlisten der Pharmaindustrie und auch der gesetzlichen Krankenkassen stehen, ruft eine gewisse Form der Korruption beinahe zwangsläufig hervor.
Es ist daher gemäß des “SPIEGEL” auch kein Wunder, dass mitunter die Funktionäre die Seiten wechseln, wie dies auch aus den Bereichen “Verkehr” oder “Bau” hinreichend bekannt ist. Die in Deutschland forschenden Pharmaunternehmen etwa haben als Chefin ihrer Lobbyisten mit Birgit Fischer eine ehemalige Gesundheitsministerin des Landes NRW für sich gewinnen können. Man kann sich wohl wirklich leicht ausrechenen, wozu dies führt.
In den USA werden anders als in Deutschland Unternehmen und Verbände gezwungen, in ihren jährlichen Bilanzen die Ausgaben für den Lobbyismus, also den bezahlten Einfluss auf den Gesetzgeber, auszuweisen. Dort übersteigt das Budget der Pharmaindustrie das Bestechungsgeld der Waffen- oder Ölindustrie um ein Mehrfaches. Bei uns sind keine Zahlen bekannt, doch dürfte klar sein, dass die Verhältnisse ähnlich sind. Wichtig wäre es hier auch bei den Krankenkassen genauer hingesehen wird.
Dass Krankenkassen zudem ihren Vorständen teilweise absurde Gehälter gewähren, ist bekannt. Womit diese Vorstände ihre absurden Einkünfte rechtfertigen wollen, wird nicht hinterfragt, obschon die Frage sicher zu stellen wäre, wie es sein kann, dass immer mehr Menschen an einer harmlosen Operation krank werden, da der Operationssaal nicht hygienisch ist, während der Chefarzt auf einem Segelboot in der Karibik Urlaub macht.
Schlecht bezahltes und entsprechend unfreundliches Personal sowie Unterbringungen, die an ein Land der Dritten Welt erinnern, sind heute Realität für den deutschen Kassenpatienten. Hinzu kommen immer mehr Leistungen, welche selber bezahlt werden müssen. Im Gegensatz dazu steht eine sich hemmungslos bereichernde Gruppe von Funktionären, welche das System der Gesundheitsversorgung als eine Methode der Selbstbereicherung begriffen haben.
Die Ausgaben der Kassen für Kliniken sind seit dem Jahr 2001 laut “SPIEGEL” um 39 % gestiegen. In den Kliniken selbst ist davon mit Ausnahme der Einbettzimmer für ausländische Privatpatienten wenig zu sehen. Hier sind eher kaputte Aufzüge und tropfende Wasserhähne die Regel. Dennoch rühmen sich die gesetzlichen Krankenkassen damit, unser Geld zu unserem Wohl einzusetzen und schalten beständig Werbeanzeigen, – ein weiterer Grund, den Sinn des eigenen Beitrags zu hinterfragen.
Die Vorstände dürften damit richtig liegen: Das Geld wird mit freundlicher Unterstützung der Verbände und der Politik tatsächlich zu ihrem, aber auch nur zu ihrem Wohl eingesetzt.
Für die Patienten, also für jeden Versicherten, ist der Einzug des modernen Kapitalismus in die Gesundheitsbranche indes ein womöglich tödlicher Fehler. Das zuständige Bundesversicherungsamt sollte wohl noch aktiver werden.
Hallo Zusammen,
leider wird meiner Meinung nach aktuell sehr viel Falsches zum Derby FC Bayern und 1. FC Nürnberg vom vergangenen Wochenende in den Medien berichtet. Aus diesem Grund habe ich mal meine Erlebnisse zusammengefasst und werde sie hier auch trotz der Gefahr von Repressalien veröffentlichen.
Dieser Text spiegelt meine Eindrücke gänzlich unverfälscht wieder.Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Johannes Meyer, FCN Mitglied.
Einmal mit Profis oder wie es die Polizei schafft einen Normalo gegen sich aufzubringen
Hallo, ich bin Johannes. 22 Jahre, beruflich PC-Worker (andere würden sagen Nerd), Vereinsheimer und nebenher noch Fan des 1. FC Nürnberg,welchen ich auch hin und wieder auf ein Auswärtsspiel begleite. Letzte Eigenschaft sollte mich zu einem Erlebnis führen, welches ich nicht so schnell vergessen werde und welches meinen eigentlich bisher vollkommen positiven Blick auf die deutsche Polizeiarbeit stark ins negative rückte. Hier möchte ich nun erläutern wie es die bayerische Polizei schaffte ihr Ansehen bei mir derart zu beschmutzen. Angefangen hat alles an einem sonnigen Samstagmorgen, den 13.04.2013. Frohen Mutes sind drei meiner Kumpels und ich mit dem Auto gen Münchenzum Lokal Derby FCB:FCN gefahren.Zuvor haben wir von Bekannten (ebenfalls Clubfans) und FCN.de erfahren, dass es Sinn macht sein Auto am Parkplatz Garching Nord abzustellen und mit der S Bahn hin zur Allianz Arena zu fahren. Wir also zum Parkplatz gefahren und freudig festgestellt, dass es dort noch viele weitere Anhänger des Nürnberger Traditionsclubs hin verschlagen hat und man gemeinsam zum Stadion gehen/fahren wollte. Die Stimmung war dem Sonnenschein entsprechend sehr gelöst und die Biere flossen. Zeitungen wurden für eine Choreografie im Stadion verteilte. Für mich leider nicht relevant da wir im Vorfeld nur Karten für die Gegengerade bekommen haben (70€/Stück).
Von verschiedenen Fans und Gruppenleitern wurde gebeten im Stadion laut mitzusingen um die Münchener Fans im Stimmungsduell zu besiegen. Von Aggressionen in der Luft war meines Erachtens keine Spur. Ganz im Gegenteil: Viele Fans waren im Stil der 80/90er Jahre gekleidet und so wurde viel über lustige Verkleidungen gelacht und über die vermutlich nahende Niederlage gescherzt. Gegen 12 Uhr setzte sich der Fanzug dann in Richtung Stadion in Bewegung. Begleitet von lauten Liedern, bester Stimmung und dem ein oder anderen Betrunkenen zogen wir zur los.
Nach dem Ausstieg aus der S-Bahn wurden wir dann auf den vermeindlich letzten Metern zum Stadion von einer Truppe Polizisten begleitet, dachte ich zumindest. Jedoch wurden wir schnell umgeleitet auf einen Weg am Stadion vorbei und hin zu einer Brücke. Was sich auf dieser Brücke abspielte, ist der eigentliche Grund meiner Bestürzung.
Als die ersten Glubb Fans, begleitet von der Polizei, die Brücke verlassen wollten, kamen etwa 70 ,zum Großteil komplett vermummte, Hooligans auf die Glubb Fans zugerannt und wollten sich offensichtlich prügeln. Diese „schwarzen Männer“ wurden nicht von Polizei begleitet und konnten sich, im Gegensatz zu den FCN Anhängern, ungestört auf dem gesamten Gelände bewegen. Somit stürmten sie auf die bis dato absolut friedlichen Club Fans ein. Sofort formierten sich die Club Fans um die mitgebrachten Fahnen um diese vor einem Diebstahl zu schützen. Einen Angriff auf Polizisten konnte ich nicht erkennen, auch wenn ca. 10-15 Club Fans während der Verteidigung den schwarzen Männern ein paar Meter entgegenliefen. Jedoch war klar erkennbar, dass das Ziel dieser Fans die schwarze Meute war und nicht, wie in verschiedenen Presseberichten dargestellt, die Polizei.
Die Polizisten vor dem Fanzug drehten sich dann aber sofort um und feuerten wahllos mit Pfefferspray in die Menge der Schwarz Roten Anhänger. Dabei erwischten sie, meiner Ansicht nach, vor allem komplett unbeteiligte Anhänger des FCNs. Mitglieder der schwarzen Gruppe machten schnell kehrt und liefen ein paar Meter zurück zu den Club-Fans. Die erneute Rückkehr dieser Gruppe wurde dann durch dass sehr beherzte Eingreifen von mehreren Zivilpolizisten verhindert.
Danach war erst mal Ruhe und die Clubfans warteten (weiterhin friedlich) auf der Brücke auf das Eintreffen weiterer Polizisten. Die wenigen Polizisten, welche in diesem Moment vor Ort und zu Pferd waren, hatten keinerlei Mühe die deutlich in Überzahl anwesenden Clubfans auf der Brücke zu halten. Wenige Minuten später rückten dann weitere Polizisten an. Die Club Anhänger wurden auf der Brücke eingesperrt, Polizeiautos auf die Abfahren gestellt, Schlagstöcke gezückt und Hundeführer nahmen ihren vierbeinigen Kollegen die Maulkörbe ab. Auf mich hatte dieses extrem aggressive auftreten der Polizei einen sehr ernüchterten Eindruck. Vor allem weil es von Seiten der Clubfans noch keinerlei Aggressivitäten gegenüber der anwesenden Polizei gab.
Über zwei Stunden durfte dann keiner mehr die Brücke verlassen. Egal ob junge Männer, Frauen, Senioren oder kleine Kinder. Weder die durch Pfefferspray Verletzten, noch Personen mit dem dringenden Bedürfnis nach einer Örtlichkeit. Jeder der auf die Toilette musste, wurde von den Polizisten angewiesen auf die Brücke zu pinkeln. Diese Nottoilette wurde immer von einer Polizistin in Zivil (ca. 50 Jahre mit blondem Haar) peinlich genau gefilmt. Ihr hämisches Lachen, wenn wieder jemand musste, werde ich wohl nicht so schnell vergessen und es macht mich immer noch fassungslos.
Es ist in Deutschland also möglich 400 Menschen einfach auf einer Brücke gefangen zu halten und diese bei der Notdurft direkt frontal zu filmen und diese dann noch auszulachen?
Mein höfliches Fragen nach einer „ordentliche Toilette“ wurde von einem Polizisten mit „Geh zurück zu deinen Leuten, du Arschloch“ beantwortet. Arschloch?! Sieht so etwa die Deeskalationsstrategie der bayerischen Polizei aus?
Nach über zwei Stunden langen Wartens wurde ich dann von zwei Polizisten grob gepackt und zu einem Bus geführt. Auf dem Weg dort hin wurde ich dann von den beiden Polizisten am ganzen Körper durchsucht und unter anderem mit „Scheiß Ultra“ beleidigt. Das ich weder jemals Mitglieder einer Ultra Gruppe war oder noch bin, hat die anwesenden Polizisten nicht interessiert. Als mich einer der sehr jungen Polizisten zu einem Polzeiwagen stieß, fragte ich ihn nach seinem Namen oder der Dienstnummer. Die Antwort darauf lautete „Geht dich gar nix an, Arschloch. Und jetzt halt die Klappe sonst nehmen wir dich in Gewahrsam“. Mein Versuch einen Anruf an meinem Handy anzunehmen wurde ebenfalls sofort unterbunden mit der Drohung das Handy sicherzustellen.
Danach wurde ich zu einem weiteren Polizisten gebracht der Fotos von meinem Personalausweis und meines ganzen Körpers machte. Eine Belehrung habe ich nicht bekommen und es wurde mir auch auf Nachfrage nicht gesagt, was mit den Bildern gemacht werde. Nach dieser Prozedur durfte ich dann nach zwei Stunden in Gefangenschaft meinen Weg in Richtung Stadion fortführen. Alles in allem bin ich immer noch schockiert wie brutal unsere bayerische Polizei auf friedliche Fußball-Besucher reagiert. 2,5 Stunden die ich nicht noch einmal erleben möchte und die mir vor Augen führte, wie unerfahren, offensichtlich aggressiv und planlos ein Großteil der anwesenden Polizei auf den Angriff der Männer in Schwarz reagierten und mit welcher Härte danach auf die anwesenden, meiner Meinung nach unschuldigen, FCN Anhänger vorgegangen wurde.
Die lokale Einsatzleitung hatte, meiner Meinung nach, die Lage zu keinem Zeitpunkt im Griff und konnte nur durch das besonnene, friedliche und vorsichtige Verhalten der Club Fans „Herr der Lage“ werden. Gedankt wurde es uns Fans in dem man uns einsperrte und entwürdigte in dem uns die private Toilette, Getränke und Essen verweigert wurden.
An fliegenden Flaschen und Steinen von Clubseite auf Polizisten kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, aber es kommt auch unprofessionell und ungerechtfertigt der Presse zu sagen man habe da Unschuldige festgehalten und auf üble Art und Weise gedemütigt.